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Slowenien – Erstkontakt

Nach einem gepflegten Posing vor dem Grenzschild, fuhren wir die nasse Straße ins Tal. Wir verreisen und es regnet – Logisch. Während wir das Tal durchqueren, dreht sich der Kopf immer wieder nach links oder rechts. Alles ist grün, bergig oder es ist ein Fluss der unseren Weg mit uns teilt. Natur pur. Gleich zu Beginn halten wir an einem kleinen See, der Zeleci See, damit sich auch unser Vierbeiner, nach der langen Reise, die Beine entknoten kann. Das erste was uns auffiel, ist das kristallklare Wasser. Wir konnten uns nicht daran erinnern, wann jemand von uns beide, in einem See, soweit nach unten schauen konnte.

Willkommen in Slowenien

Willkommen in Slowenien

Slowenisches Pelztierchen

Slowenisches Pelztierchen

Während Laura noch mit dem Gassi gehen beschäftigt ist, beginnt unsere Spürnase in Richtung See zu ziehen. Laura bemerket im Augenwinkel irgendein kleines – pelziges Tierchen. Sofort hechte ich mit der Kamera hinter her. Der, die, das kleine „was auch immer“ verschwindet in einem kleinen Teich ohne uns zu verraten, was es ist.

Kurze Zeit später habe ich das Gefühl einen halben Campingplatz gekauft zu haben. Leider war es der einzige in der Nähe… Als die Schiebetür am nächsten Tag aufging, sah es mit dem Wetter nicht viel besser aus.

Wasser und Pflastersteine

Wir beschließen erst einmal einen Bäcker und einen Geldautomaten auf zu suchen. Ist ja logisch. In Slowenien zahlt man ebenfalls mit Euro, da ist es gut vor Ort Geld zu holen um die Heimische Bank mit Gebühren zu füttern… Was den Bäcker betrifft, blieb es dann erst einmal bei einem Pfannkuchen.

Eigentlich war der Plan jeden Tag ein Stück zu fahren und dann, am Ende unser geplanten Strecke, wieder Heim zu kehren. Auf Grund des Wetters und der Vorhersagen haben wir dann allerdings alles über den Haufen geworfen und sind direkt los gefahren um uns ein paar Wasserfälle im Socatal an zu schauen. Die Soca oder der Isonzo ist ca. 136km lang https://de.wikipedia.org/wiki/Isonzo und somit für uns nur in kleinen Abschnitten zu erkunden. Denn nun kam der Moment an den unser Wohngefährt seine Bergsteigerfähigkeiten unter Beweis stellen musste. Über – ich weiß nicht – 30 beregnete Serpentinen ging es nach oben. Ich weiß nicht warum aber jede Spitzkehre wahr gepflastert, die Geraden geteert. Unterwegs haben wir dann auch noch ein paar Kühe am Straßenrand getroffen. Wer kennt sie nicht die Slowenische Serpentinenkuh. Da es nicht umsonst Tal heißt, ging es dann natürlich wieder nach unten. Durch Baustellen. Und kaputte Straßenabschnitte. und natürlich Wasser von oben.

Soca Tal Wildwasser

Soca Tal Wildwasser

Unten im Tal angekommen, beginnt unsere Reise zu einer Blitzreise zu werden. wir steuern zielstrebig den ersten Wasserfall an, der auf unserem Weg liegt. Machen dann aber einen kurzen Stopp um Ihnen auf dem Weg liegenden Campingplatz zu inspizieren. Ich nutze die Gelegenheit um beim Wildwasser ums Eck meinen Offroadtrieb aus zu leben.

Boka Wasserfall

Wir folgten der Soca einige Zeit und überquerten ein breites, mit hellem Geröll gefülltes, Flussbett. Wir werfen unseren Vito ab und wandern umher um den Flussverlauf in Richtung Ursprung zu folgen. Der Regen hat sich mittlerweile in ein leichtes nieseln verwandelt, was uns eine Sicht auf den Wasserfall ohne Regenschirm oder gleiches ermöglicht hat. Der Kozjak-Wasserfall stürzt hier in einigen Metern Höhe vom Berg nach unten und bildet am Fuß einen herrlichen ström, der sich später mit der Soca verbindet.

Boka Wasserfall

Boka Wasserfall

Kajaken auf der Soca

Kajaken auf der Soca

Boka Wasserfall

Boka Wasserfall

Kozjak Wasserfall

Unser nächster Stopp bringt uns auf einen kleinen Parkplatz und zu einem Schild was uns zum nächsten Wasserfall führt. Ein paar Minuten zu Fuß, vorbei an kleinen Steintürmen und über improvisierte Holzbrücken führen uns in das Versteck des Kozjak Wasserfalls. Ein herrlicher Anblick aber auch nicht leicht zu erreichen. Ein paar Holzbohlen muss man schon überqueren um in die Kluft zu kommen. Wir hatten auch gluck, dass das Gebiet nicht so überlaufen wahr. Bei richtig sonnigen Wetter, ist hier sicher mehr los.

Zum Kozjak

Zum Kozjak

Kozjak Wasserfall

Kozjak Wasserfall

Fluss Kozjak

Fluss Kozjak

Als das Wetter dann doch in den Urlaubsmodus wechselt und wir zur etwas sommerlicheren Kleidung wechseln können, Verbringen wir den zweiten tag unseres Aufenthaltes mit der Umrundung des Bohinjsko Sees. Hier kommt sogar fast Badefeeling auf. Wir nutzen die tage hier voll aus. Am Morgen unserer Abfahrt passiert es dann….

Bohinjska Bistrica

Hier haben wir unser Lager für zwei Tage aufgeschlagen und kamen auch in den Genuss unser neu erworbenes acht-Mann-Zelt aus zu probieren. Es ist zwar ein Aufenthaltszelt, aber wir haben es vor die Schiebetür unseres Campers gestellt und können so unseren Wohnraum um ein paar Quadratmeter erweitern.

Wir suchen uns wieder eine Route quer durch den Wald, die uns am Bistrica Fluss entlang führt. Momentan wird hier der Wald ausgedünnt. So stolperten wir hier über ein gut betagtes Rückefahrzeug, welches wir erstmal untersuchen mussten. Es regnet wieder ein wenig und das Rauschen des Wassers wird immer lauter. Kein Wunder, denn unser Weg wird von einen Sturzbach gequert. zum gluck hatten wir unsere wasserfesten Schuhe an und unser Vierbeiner hat so oder so Allrad. wir hüpfen von Stein zu Stein und lassen dieses Hindernis hinter uns. Das Rauschen des Sturzbaches ist kaum noch zu hören, als wir voraus ein neues deutlich lauteres Rauscher hören. Wir sind am Wasserfall des Bistrica angekommen. Mir fehlen die Worte.

Bistrica Wasserfall

Bistrica Wasserfall

Motorkontrolleuchte – Bled

Wenn man nach dem Frühstück aufbrechen möchte und das erste, was einem auffällt, die Motorkontrollleuchte ist, dann ist das definitiv kein schöner Start in den Tag. Unser Heim fährt und beschleunigt wie ein Eimer Beton. Nun ist guter Rat teuer. Nach einem Blick unter die Motorhaube ist das Problem aber immer noch nicht gefunden. Also hieß es, eine Werkstatt suchen. Da wir so oder so nach Bled wollten, suchten wir uns dort eine.

Die Fahrt durch die schönen, kleinen Dörfer, Wälder und Täler nahm gefühlt kein Ende. In und um den Nationalpark heißt es wirklich Zeit mitbringen. Hier dauert jeder Kilometer lange. Als wir am See von Bled angekommen sind, brach aus mir wieder die helle Freude über die Optik heraus. Kurz habe ich vergessen, warum wir eigentlich hier sind. In der Werkstatt spät angekommen, schickt man uns allerdings wieder weg.

Kommen wieder, morgen früh!

Pünktlich um acht schlagen wir auf und die Jungs begannen mit der Fehlersuche. Auch hier stoßen wir, wie bisher zuvor auch, auf freundliche, hilfsbereite Leute.

Nachdem ein Mechaniker einen Roten „Bällebad“-Ball aus dem Motorraum zieht (keine Ahnung wie der dahin kam) und uns mitteilt, das eine „große Maus“ im Motorraum war, berichtet er uns, das ein Sensor defekt ist. Er vertröstet uns um ein paar Stunden und bittet uns später zurück zu kommen.

Bled Villa und Schloss

Bled Villa und Schloss

Bled Inselkirche

Bled Inselkirche

Genug Zeit um uns die Gegend um den See anzuschauen. Für die, die nach Slowenien fahren, ist ein Besuch hier, meiner Meinung nach ein Muss. [Ist aber eine Touristenhochburg]

Kaum zu glauben das Wir am ende für die Reparatur gerade mal 80€ zahlen. Am nächsten Tag nimmt unser aufenthalt ein jähes Ende, da sich das Wetter gegen uns wendet. Somit reisen wir am Tag 5 ab. Ein glück, dass die Raparatur schon abgeschlossen war 😉

Reiseempfehlung

Für den Nationalpark und Umgebung geben wir auf jeden Fall ein „JA“. Die Leute sind freundlich und sprechen zum großteil englich, vereinzelt auch deutsch. Ja, man kann im fall einer Panne auch etwas reparieren lassen und wird nicht direkt über den Tisch gezogen (eigene erfahrung siehe oben). Nahrungsmittel sowie Treibstoff Sind etwa gleich zu Deutschland. Campingplätze sind in unserer Konstellation (2 Erwachse + Hund + Transporter) für durchschnittlich 30€ zu haben. In Tourismusgebieten ist der preis natürlich höher.

Das war noch nicht alles, weiter geht es mit unserer Reise über die Hochalpenpassstraße vorbei am Großglockner.