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Darf man das Überhaupt?!

Eine sehr gute Frage, die ich (Lars) nicht wirklich beantworten kann. Ich habe viel zu dem Thema recherchiert, jedoch immer nur die Aussage, dass es „Ladung“ sei, gefunden. Auf einen Gesetzestext bin ich nicht gestoßen. Darum möchte ich an dieser Stelle sagen: Ich habe jedoch von mehreren „Bastlern“, die sich ebenfalls einen Dachgepäckträger selbst gebaut haben, erfahren, dass sie beim TÜV keine Probleme hatten.

Ich habe keine Ahnung ob es Ärger gibt, wenn man sich so etwas selbst baut. Also alles auf eigene Gefahr 😉

Was darf es denn für ein Dachgepäckträger sein?

Zuerst war mir nicht ganz klar worauf der Träger aufbauen soll. Das Konzept mit fertigen gekauften Grundträgern gefiel mir nicht richtig, da das Dach unseres Busses nicht gerade sondern gewölbt ist. Und um die Solarpanels darauf zu befestigen, sollte das alles irgendwie gerade sein.

Ein gebrauchter Dachgepäckträger aus Stahl (wie ihn viele Handwerker auf den Transportern haben) war auch in der Auswahl. So etwas haben wir allerdings nur in großer Entfernung gefunden. Dann war auch noch das Transportproblem. Wir hätten ihn an Ort und Stelle anbauen und unsere Dachluke erst einmal freischneiden müssen. Am Ende ist es dann das geworden, was ich von Berufswegen her kenne. Etwas Vertrautes. Das gute Zeug. Aluprofil in 30mm x 30mm. Und ein paar Verstellwinkel aus Stahl, um die Profile am Dach zu befestigen.

Baumaterial, Profile Winkel und ganz viele Schrauben

Baumaterial, Profile Winkel und ganz viele Schrauben

Tragwinkel Montieren

Wir haben ein Dach mit fünf „Fixpunkten“ je Seite. Zwar musste ich allen Verstellwinkeln ein extra Loch verpassen, dafür passen die 35mm x 75mm Winkel perfekt in die Vertiefung im Dach. Die gebohrten Löcher habe ich anschließend mit Zinkspray wieder versiegelt, damit diese nicht direkt anfangen zu rosten.

Damit die Winkel den darunter befindlichen Lack nicht wegscheuern (ein bisschen Bewegung ist ja immer im Spiel), habe ich unter jeden Verstellwinkel eine  ein Millimeter dicke Gummiematte geklebt.

Mit Verstellwinkeln befestigter Längsträger

Mit Verstellwinkeln befestigter Längsträge

Die alten Schrauben habe ich durch neue und längere „Zylinderkopfschrauben (M6)“ ersetzt. Diese habe ich dann zur Sicherheit noch mit „Gewindedicht“ gesichert. Gewindedicht kriecht schön in das Gewinde, dichtet ab und sichert die Schrauben. Lässt sich allerdings auch wieder lösen, ohne das der Imbusschlüssel bricht.  Die Schrauben und passende Karosseriescheiben, findet man für wenig Geld beim gut sortierten Eisenwarenhändler oder eben im Internet.

Längsträger befestigen

Mit den beiden Längsträgern ist die Basis für den Träger komplett. Der Längsträger besteht jeweils aus einem ein Meter und einem zwei Meter langen Aluprofil, welche ich mit Streckenverbindern zu einem drei Meter langen Profil verbunden habe.

Mit Streckenverbindern verbundene Aluprofile

Mit Streckenverbindern verbundene Aluprofile

Warum? Ganz einfach: zwei Meter geht noch mit normalen Paketdiensten. Alles andere wäre teuer geworden.

Die Längsträger habe ich vorn und hinten so weit oben befestigt, wie es die Langlöcher der Verstellwinkel hergeben. Die Höhe der anderen drei, der insgesamt fünf Schraubpunkte, haben sich dann ergeben. Da jeder der Verstellwinkel zwei Langlöcher hat, habe ich die natürlich auch genutzt.

Für die Dauerhaften Verschraubungen der Profile habe ich „Nutensteine“ genutzt. Der Vorteil gegenüber der „Hammermutter“ ist, dass die Steine nicht aus dem Profil fallen können. Jedoch muss man wissen wie viele man brauch, bevor man alles verbaut. Da man sie in das Profil einschiebt, kann man diese nicht nachträglich hinzufügen, ohne alles wieder auseinander zu bauen. Außerdem muss man immer aufpassen, dass sich die Hammermuttern richtig im Profil verdrehen. Sonst kann es schon mal passieren, dass die Verbindung nicht richtig hält.

Nutenstein

Nutenstein

Querstreben für den Dachgepäckträger

Jetzt kommen die Aluwinkel zum Einsatz. Hier muss man beachten, dass die Winkel eigentlich dafür gedacht sind, die Profile aufeinander stehend zu verbinden und nicht liegend wie unserem Dachträger. Darum haben die Winkel auch auf jeder Verbindungsfläche zwei kleine „Nasen“, die in die Nuten greifen. Diese kann man aber mit einem flachen Schraubendreher entfernen, was gängige praxis ist.

Die Querstreben habe ich beidseitig mit Winkeln an dem Längsträger verschraubt. Insgesamt sind es sechs Streben. Die erste vorn, soll später mal ein Windschild und eventuell eine Arbeitsbeleuchtung tragen. Die nächsten drei hinter der Dachluke werden die Solarpanels tragen. Die letzten beiden sind momentan Reserve. Hier kommt eventuell eine Transportbox oder ein Wassertank drauf.

Zu guter Letzt, habe ich die Enden der Profile mit Abdeckkappen verschlossen. Auch die Aluwinkel haben einen Deckel bekommen. Fertig ist der Dachgepäckträger aus Aluprofil. Insgesamt wiegt der Dachgepäckträger nur um die 12kg, was wenn ihr mich fragt ziemlich cool ist.

Fertiger Dachgepäckträger

Fertiger Dachträger (ohne Nutenandeckung)

Wenn man es jetzt noch übertreiben wollte, könnte man die nuten mit Abdeckschienen aus Kunststoff verschließen. Das hat den Vorteil, dass sich weniger Wasser oder Dreck in den Nuten sammeln kann. Ich werde es, zumindest vorerst, nicht machen. Wasser Staub und was-auch-immer finden immer seinen Weg wenn es will.

Nach Testfahrt editiert:

Mit offenen Profilnuten macht der Träger schon ganz ordentlich Lärm. Ab 100Km/h wird es dann abartig laut. Die Abdeckschienen für die Nuten sind somit ein Muss. Nachdem ich die Nuten nun abgedeckt habe, ist es nun wärend der Fahrt schön leise. Optisch wertet es den Träger auch noch auf 🙂

Dachterrasse

Unsere Konstruktion haben wir, wie gesagt, dafür ausgelegt lediglich eine Solaranlage zu tragen und später eine Transportkiste. Die Profile sind zwar sehr stabil aber ob diese einen begehbare Terrasse, wie es so manch einer gebaut hat, aushält, würde ich bezweifeln. Dafür würde ich das 40mm Profil empfehlen. Das passt dann mit Sicherheit. 👍

Wer wissen möchte, woher wird die ganzen sachen, die wir verbaut haben bezogen haben, hier eine [werbefreie] Auflistung:

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem, diesmal etwas technischerem Beitrag, ein paar Anregungen geben, damit auch Ihr euren ungenutzten Platz auf dem Dach erschließen könnt.